Jul 04

Altersempfehlungen

Verantwortlich für die Vergabe von Altersempfehlungen für Spielsoftware ist in Deutschland die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (www.usk.de). Seit 2003 sind die aus Empfehlungen entstandenen Alterskennzeichen verpflichtend für Spiele, die im bundesdeutschen Versandhandel zum Verkauf angeboten werden. Die Vergabe der Altersempfehlungen erfolgt auf der Basis des Jugendschutzgesetzes. Ebenso erfolgt auch eine Indizierung auf dieser Basis. Diese wird von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (www.bundespruefstelle.de) durchgeführt.

Die Alterseinstufungen der USK finden sich auf jeder Spielsoftwareverpackung inkl. dem jeweilig dazugehörigen Datenträger, die in der BRD in den Verkauf kommt. Jeder seriöse Fach- oder Online-Händler sollte immer auf die USK-Kennzeichen verweisen. Unten sind die Kennzeichen dargestellt, die auf jedem Cover und auf jeder CD aufgedruckt sein müssen. Es ist wichtig zu wissen, dass die gesetzlichen Altersempfehlungen nur einer allgemeinen und nicht (!) einer pädagogischen Empfehlung gleichkommen. Dies bedeutet, dass Spiele, welche beispielsweise ab 6 Jahren freigegeben sind, nicht unbedingt uneingeschränkt für 6jährige Kinder geeignet sind. Dies liegt in der individuellen Persönlichkeit und dem jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder begründet. Spezielle pädagogische Empfehlungen für Spiel- und Lernsoftware sprechen beispielweise folgende Institutionen aus:

Die USK-Kennzeichen gelten z.T. auch im deutschsprachigen Ausland (Österreich, Schweiz). Der europäische Rest dagegen erhält die Altersempfehung auf der Basis des PEGI (Pan European Game Information)-Systems, des ersten europaweiten Alterseinstufungssystems für Computerspiele.

Altersempfehlungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)

Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG. Spiele mit diesem Siegel sind aus der Sicht des Jugendschutzes für Kinder jeden Alters unbedenklich. Sie sind aber nicht zwangsläufig schon für jüngere Kinder verständlich oder gar komplex beherrschbar.

Typische Spiele dieses Genres: Sportspiele, Familien-, Party- und Lernspiele (Beispiele: Singstar, Wii Fit, Mario Party, Wii Sports, Wii Sports resort, Gehirnjogging, Lernprogramme)

 

Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG. Die Spiele wirken abstrakt-symbolisch, comicartig oder in anderer Weise unwirklich. Spielangebote versetzen den Spieler möglicherweise in etwas unheimliche Spielräume oder scheinen durch Aufgabenstellung oder Geschwindigkeit zu belastend für Kinder unter sechs Jahren.

Typische Spiele dieses Genres: komplexere Sportspiele, Familien- und Lernspiele. Aber auch vereinzelte Titel aus der Welt des Motorrennsports (Beispiele: Need for Speed Shift, Grand Tourismo).

 

Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG. Kampfbetonte Grundmuster in der Lösung von Spielaufgaben. Zum Beispiel setzen die Spielkonzepte auf Technikfaszination (historische Militärgerätschaft oder Science-Fiction-Welt) oder auch auf die Motivation, tapfere Rollen in komplexen Sagen und Mythenwelten zu spielen. Gewalt ist nicht in alltagsrelevante Szenarien eingebunden.

Typische Spiele dieses Genres: Simulationen (Weltraum, Fliegen), Fantasywelten (Beispiele: Star Wars, Sacrad 2, Diablo, Starcraft, World of Warcraft).

 

Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG. Rasante bewaffnete Action, mitunter gegen menschenähnliche Spielfiguren, sowie Spielkonzepte, die fiktive oder historische kriegerische Auseinandersetzungen atmosphärisch nachvollziehen lassen. Die Inhalte lassen eine bestimmte Reife des sozialen Urteilsvermögens und die Fähigkeit zur kritischen Reflektion der interaktiven Beteiligung am Spiel erforderlich erscheinen.

Typische Spiele dieses Genres: Beat em up, Militärsimulationen, Egoshooter (Beispiele: Battlefield-Reihe, Command & Conquer, Tekken, Counter Strike Source, Half Life).

 

Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG. In allen Spielelementen reine Erwachsenenprodukte. Der Titel darf nur an Erwachsene abgegeben werden. Bei Verstoß drohen Ordnungsstrafen bis 50.000 Euro. Der Inhalt ist geeignet, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Voraussetzung für die Kennzeichnung ist, dass §14JuSchG Abs.4 und §15 JuSchG Abs.2 und 3 (»Jugendgefährdung«) nicht erfüllt sind.

Typische Spiele dieses Genres: Kampf- und Militärspiele, sehr realistische Egoshooter (Beispiele: Crysis, GTA San Andreas, Call of Duty, Medal of honor).